Der Verein Buechiwäger geht mit dem neuen Stück ambitionierte Wege. Und sucht noch einen passenden Standort.

Illustre Orte waren es, an denen die Bucheggberger Freilichtspiele über die wortwörtliche Bühne gingen: die Grube auf dem Bockstein, vor dem Buechi-Schlössli und in der letzten Ausgabe im Spätsommer 2023 mit dem Stück «D Geier Wally» auf der Aetikofer Egg.
Spätestens seit der letzten HESO haben die Bucheggberger Freilichtspiele und deren Trägerverein Buechiwäger ihren Status als Kulturgut zementiert. Anlässlich der Generalversammlung des Vereins wurde nun das neue Stück bekannt, das im Spätsommer 2028 aufgeführt werden soll.
Neue Wege und eine anspruchsvolle Produktion
Sicher 20 Stücke habe sie gelesen, besprochen, verworfen, wieder nach vorn genommen und dann doch wieder beiseite gelegt, sagt Yvonne Hofer, die Regisseurin und eine der beiden Theaterverantwortlichen des Vereins. Die Wahl fiel auf ein eher ungewöhnliches Stück, wie sie sagt: «Der Stich ins Wespennest», heisst es. Das Stück ist eine Adaption eines Romans «Miss Buncle’s Book» der schottischen Schriftstellerin Dorothy Emily Stevenson.
Im Stück geht es um eine Dorfgemeinschaft, die von einem neu publizierten Buch aufgerüttelt wird. Die Autorin schreibt unter einem Pseudonym (ein Männername) und mit einer unverfrorenen Ehrlichkeit über die Einwohner des kleinen Dörfchens, in dem sie lebt. Das missfällt den Einwohnern natürlich und bald schon startet eine Suche nach dem geheimnisvollen Autoren. Auf dieser Suche verändern sich die Dorfbewohnenden und lernen sich selbst besser kennen.
Der Roman wurde vom Theaterverlag Elgg ins Deutsche übersetzt und für ein fiktives Schweizer Dorf als Freilichtspiel umgeschrieben. Es gebe viel Spielraum für Anpassungen, sagt Hofer, «aber wir können das Stück nicht ohne weiteres auf den Bucheggberg adaptieren.» Denn das Stück spielt irgendwo im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts. Es gebe Szenen mit einem Verleger in einem eher urbanen Setting, sagt Hofer. Gegebenheiten, die im Bucheggberg der 20er- oder 30er-Jahre schlicht nicht existiert hätten. Und es selbst heute kaum tun.
Herausfordernde Standortwahl
Es brauche also mehr als ein bäuerliches Umfeld, sagt Hofer. Platz für Kulissen sollte es haben und idealerweise auch ein oder mehrere Gebäude, deren Innenräume für das Rückwärtige genutzt werden könnten, führt die Regisseurin aus.
Die Suche laufe bereits auf Hochtouren, sagt Hofer. Zusammen mit dem Präsidenten des Vereins, Ulrich Stebler und Lorenz Probst, dem anderen Theaterverantwortlichen, toure sie derzeit durch den Bezirk und rekognosziere mögliche Austragungsorte. Konkrete Ergebnisse hätten sie aber noch keine. Der ehemalige Kreisförster Stebler gibt zu bedenken, dass man aber an einer schnellen Festlegung des Austragungsortes interessiert sei. Denn je nach Ort wirke sich ein Projekt wie dieses auch auf die Fruchtfolge der landwirtschaftlichen Flächen aus.
Das neue Stück stelle auch grössere Herausforderungen ans Bühnenbild. Es brauche mehr Handlungsschauplätze als bei den vergangenen Spielen. Aber Hofer zeigt sich zuversichtlich. Wichtig sei primär, dass ab Mai vor Ort geprobt werden könne. Und Stebler weist auf die letzten Spiele hin, als die Buechiwäger auf der Egg in Aetigkofen eine Bühne aus dem Nichts ins Gelände gelegt haben.

Kulturelle Botschafter der Marke «Buechibärg»
Es sei die sechste Generalversammlung «der Neuzeit» gewesen, sagt Ulrich Stebler über den Verein der Buechiwäger, dem Verein, der hinter den Theaterinszenierungen an den vielen malerischen Bucheggberger Orten steckt. Das Wort «Neuzeit» beschreibt in diesem Falle die Wiederauferstehung des Vereins vor sechs Jahren. Denn die Freilichtspiele gibt es seit 1992.
Damals wurde das erste Freilichtspiel «Üse Wäg» anlässlich der 600-Jahr-Feier der Bucheggbergerischen Zugehörigkeit zum Stand Solothurn inszeniert. Und daher rührt auch der Name: Buechiwäger.
Zum Schluss richtete auch Simon Eberhard einige Worte an die Versammlung. Er bedankte sich bei den Buechiwägern für ihr grosses Engagement an der HESO sowie beim Schauspiel im Rahmen der Buechibärgausstellung. Solche Auftritte machten den Verein zu kulturellen Botschaftern der Region, hielt er fest.
Der Blick geht dabei bereits nach vorn: 2027 feiert der Verein Pro Buechibärg sein 25-jähriges Bestehen. In diesem Zusammenhang möchte man auch die Buechiwäger einbinden, sagt Eberhard. Denn das Jubiläum wäre doch ein schöner Teaser für 2028, wenn im Bucheggberg erneut eine grössere Theaterproduktion inszeniert wird.

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