Ob auf dem Rennvelo am Wochenende oder mit dem E-Bike zur Arbeit – bei grosser Hitze ist Abkühlung gefragt. Die Profis der Tour de Suisse haben ihre eigenen Methoden. Und die taugen nicht nur für die Elite.

Wenn das Thermometer die 30 Grad Marke knackt, kann körperliche Anstrengung gefährlich werden – selbst für die durchtrainierten Profis an der Tour de Suisse.
Doch sie kennen Mittel und Wege, mit der Hitze umzugehen. Einige dieser Tricks lassen sich mit wenig Aufwand auch als Hobbyfahrer oder Fahrerin umsetzen. Hier sind sieben Strategien der Profis, um einen kühlen Kopf zu bewahren und wie alltagstauglich sie sind.
1. Eissocken und Kühlwesten – ein wortwörtlicher Kaltstart
Vor dem Start tragen viele Fahrer Kühlwesten oder stecken sich mit Eis gefüllte Socken oder Strümpfe in den Nacken, um den Körper abzukühlen. Es geht hierbei darum, die Kerntemperatur des Körpers möglichst tief zu halten.
Das Eis im Nacken kühlt das Blut, das dann ins Gehirn und den ganzen Körper weiterfliesst.

Für Hobbyfahrer und Hobbyfahrerinnen: Ein nasses Tuch oder ein Coolpack im Nacken wirkt Wunder, auch auf dem Weg zur Arbeit.

2. Trinken, trinken, trinken – und nicht nur Wasser
Profis trinken bis zu zehn Liter pro Etappe – Wasser, aber auch mit Kohlenhydraten und Elektrolyten angereicherte Getränke werden konsumiert.

Die Profis nehmen pro Stunde etwa 80 bis 120 Gramm Kohlenhydrate zu sich. Bei grosser Hitze kommen sogar Salztabletten zum Einsatz.
Für Hobbyfahrer und Hobbyfahrerinnen: pro Stunde Fahrt mindestens ein Bidon. Bei längeren Fahrten: Kohlenhydratmix (40 bis 80 Gramm pro Stunde) und ein paar Salzstängeli mitnehmen.
Oder einfach eine Apfelschorle, die enthält auch isotonische Substanzen und Zucker.

3. Früh aufstehen lohnt sich
Die Rennen starten zwar fix, aber die Trainingsfahrten planen die Profis meist selbst. Hier gilt: Morgens früh oder abends, wenn die Sonne an Kraft verloren hat, fällt dem Körper die Hitzeregulation leichter.
Für Hobbyfahrer und Hobbyfahrerinnen: Morgens oder abends fahren, nicht in der Mittagshitze.

4. Auch mal Weiss tragen
Teams setzen bei Hitze auf weisse oder helle Kleidung – sie reflektiert die Sonne. Oft fertigen Mannschaften Extratrikots für die Tour de France, die in hellen Farben gehalten sind.

Für Hobbyfahrer und Hobbyfahrerinnen: Lieber einmal weniger Schwarz tragen. Helles Trikot – und dieses auch mal öffnen, wenn es bergauf geht. Das macht einen spürbaren Unterschied.

5. Wasser nicht nur trinken, sondern sich auch begiessen
Nicht jeder Bidon, den die Soigneure den Fahrern aushändigen, wird getrunken. Bei heissen Etappen werden eigens Bidons abgegeben, um auch unterwegs den Nacken oder Oberschenkel zu kühlen. Oft sieht man Mannschaftskollegen, die ihre Kapitäne mit Wasser übergiessen.
Für Hobbyfahrer und Hobbyfahrerinnen: Unterwegs bei Brunnen anhalten. Arme, Oberschenkel und Nacken benetzen.

6. Routenplanung
An der Tour de Suisse wird den Fahrern die Route vorgegeben, doch im Training gelte es darauf zu achten, Anstiege zu wählen, die im Schatten der Bäume bergwärts führen.
Für Hobbyfahrer und Hobbyfahrerinnen: Nicht alle wohnen an schattigen Bergen oder überhaupt an Bergen, trotzdem ist es zu empfehlen, die Route an bekannten Brunnen (eine Karte mit Brunnen finden Sie hier) vorbei und durch Waldstücke hindurch zu planen.
Gut zu wissen: Die Baumgrenze in der Schweiz liegt etwa zwischen 1800 und 2300 M.ü.M. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

7. Hitzetraining
Viele Fahrer strampeln in der Vorbereitung in der Hitzekammer oder mit vielen Kleidern und Abfallsäcken, um den Körper an die Belastung bei Hitze zu gewöhnen. In der Hitzekammer kann auch der genaue Flüssigkeits und Elektrolytenverlust gemessen werden. Nicht alle Menschen schwitzen gleich viel.
Für Hobbyfahrer und Hobbyfahrerinnen: Nicht stressen lassen, Atem ruhig halten, Pausen einplanen – das ist die halbe Miete. Und warum nicht auch mal einen Saunagang machen? Hierbei muss man einfach darauf achten, genug zu trinken.




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